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Konzerte 2020-21 als pdf-Datei herunterladen

Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

31. August 2019

Sehr geehrte Freunde und Mitglieder der Jean Sibelius Gesellschaft,

seit fast einem halben Jahr sind wir gefangen von einem immer wieder aufkommenden Empfinden einer Unwirklichkeit, die uns alptraumartig begleitet und stets durchsetzt ist mit Sorgen und Ängsten im Hinblick auf die bevorstehende Zukunft. Es verfestigt sich das Sehnen nach einer Entspannung der vorherrschenden Bedrückung. Aber auch in dieser ungewissen Situation sollte die Hoffnung auf die zurückkehrende Freude überwiegen. Für uns Kulturbegeisterte ist die erneute Aufnahme des Spielbetriebs ein wesentlicher Wunsch dazu – wohl wissend, dass eine Normalität wie vorher – extrem viel mehr bedeuten wird.

n den letzten Tagen konnte sich für den Kulturbetrieb die Zuversicht doch zunehmend durchsetzen, denn nach und nach wurden von den Veranstaltern, so spät in der Zeit wie noch nie, viele Jahresprogramme veröffentlicht. Selbst wenn diese geplanten Kulturveranstaltungen fest vorgenommen sind, ist eine erneute virologische Beeinträchtigung leider nicht auszuschließen. Eine eigene zeitnahe Abfrage bei den Veranstaltern sollte jeder Teilnahme vorausgehen. Neben und mit diesen Unsicherheiten möchte ich Ihnen eine überraschend erfreuliche Ausbeute der Musikveranstaltungen mit unserer Konzertliste präsentieren.

Wie in den vorangegangenen Jahren nachhaltig bestätigt, finden wir in dieser Spielzeit 20/21 wiederum alle sieben Sinfonien von Jean Sibelius in den Konzerten. Offensichtlich sind auch viele Programmgestalter bei ihrer Suche nach weiteren Kompositionen (neben den Sinfonien) findig geworden und haben hier ein weites Feld zu entdecken. Unermüdlich in dieser Vermittlung zeigen sich Pietari Inkinen, (Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern) sowie Andrew Manze, (NDR Radiophilharmonie). Neben der vielfältigen Kammermusik sind in dieser Spielzeit recht selten gespielte Kompositionen wie Rakastava, Luonnotar, die Okeaniden, Pan und Echo, Scènes historiques I und II, die Waldnymphe (wiederentdeckt 1996), aus den Schauspielmusiken der Sturm, Kuolema, Schwanenweiß, König Kristian, Pelléas und Melisande sowie in Nachbarschaft des Violinkonzertes (14 x) die Humoresken op.87 und op.89 ausgewählt worden.

Für diese neue Spielzeit wünschen wir uns alle, dass aus diesem zu erkennenden Silberstreifen nur goldene Momente bei uns im Gedächtnis eingebrannt verbleiben. Es bleibt die Hoffnung, dass alles Vorgesehene stattfinden kann und Absagen ganz und gar ausfallen.

Mit allen besten Wünschen und bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihr

Wilhelm Düring

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Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

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Programm2020_2021ersterTeil
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Gedanken zu unterschiedlichen Aufführungsarten bei Sibelius’ Kullervo.

Im Gedenkjahr 2007 ist Sibelius’ Chorsinfonie Kullervo erfreulicher Weise mehrfach aufgeführt worden. Hier wurde von Paavo Järvi mit dem HR-Sinfonieorchester in Frankfurt der Anfang gemacht, gefolgt vom WDR-Sinfonieorchester in Köln, dem Orchestre National de Lorraine in Metz und Saabrücken, den Münchner Philharmonikern in München und dem Tampere Philharmonic Orchestra in Dortmund.

Als herausragendes Konzert erwies sich die „Hommage an Jean Sibelius“ bei den Musikfestspielen Saar (4. Mai in Metz und 5. Mai in Saarbrücken) unter der künstlerischen Leitung von Prof. Robert Leonardy und dem Dirigenten Jacques Mercier.

Da zur Aufführung von Kullervo Sopran, Bariton und Männerchor benötigt werden, ist hier die Möglichkeit genutzt worden, jeweils zusätzlich für die Solisten und den Chor entsprechende Kompositionen mit nachstehender Programmfolge in das Konzert einzufügen:

  1.   Finlandia mit Hymne op.26 (mit Männerchor),
  2.   Der Ursprung des Feuers op.32 (mit Bariton und Männerchor),
  3.   Luonnotar op.70 (mit Sopran)
  4.   das Hauptwerk Kullervo op.7.

Um die Gesamtwirkung von Kullervo vollkommen zu erreichen, wie in Metz und Saarbrücken geschehen, ist es wünschenswert, dass die Solisten gleich zu Beginn des 1. Satzes die Bühne betreten. Ansonsten besteht bei Eintritt der Solisten zwischen dem 2. und 3. Satz die Gefahr, bedingt durch den Begrüßungsapplaus, den Spannungsbogen von Kullervo zu trennen.

Bei den Musikfestspielen Saar ist meines Erachtens ein zusätzlicher Meilenstein mit der halbszenischen Darstellung eines Zwiegesprächs durch die Solisten gesetzt worden.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich für das fantastische Konzerterlebnis beim Orchestre National de Lorraine und dem Polytechchor Espoo bedanken. Insbesondere geht mein Dank an Prof. Robert Leonardy, den Dirigenten Jacques Mercier und ganz besonders an die Solisten Pia Freund (Sopran) und Juha Kotilainen (Bariton), die die überwältigende Gesamtwirkung von Kullervo möglich gemacht haben.

Ich hoffe, dass die Aufführungspraxis von Metz und Saarbrücken richtungsweisend ist. Sibelius und Kullervo sind es wert.
Wilhelm Düring