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Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

31. August 2019

Sehr geehrte Freunde und Mitglieder der Jean Sibelius Gesellschaft,

fast zeitgleich zum Sommer- und Ferienende ist auch bei uns Kulturbegeisterte wieder gewohnheitsmäßig die neue Theater- und Konzertsaison angesagt.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle das Fehlen der 3. Sinfonie op.52 im Gesamtklang in unserer Liste 18/19 als „lediglich zufällig“ erklärt und jedoch auf eine entsprechende Ergänzung gehofft. Tatsächlich zeigten sich im Verlauf der Saison neben weiteren Ergänzungen auch zwei Aufführungen der Sinfonie Nr. 3 op.52 von Jean Sibelius und zwar vom Brenzhaus Orchester Stuttgart, Leitung Christopher Jöckel, in Stuttgart und Degerloch im Juli 19. Zu beiden Konzerten leistete die Jean Sibelius Gesellschaft eine Unterstützung, für das im Jahr 1894 gegründete, heutige traditionelle Orchester für Laien und Profis.

Auch in dieser Spielzeit 19/20 sind jetzt bereits wieder alle 7 Sinfonien in den Programmen der Konzerthäuser präsent. Fast traditionell ist die 2. Sinfonie op.43 das am Häufigsten gespielte Werk (22x), dieses Mal dicht gefolgt von der 5. Sinfonie op.82 (19x) und in der weiteren Reihenfolge erscheinen gleichauf die Sinfonie Nr. 1 op.39 sowie das Violinkonzert op.47 (12x).

Neben Jean Sibelius ist besonders die recht große Anzahl der finnischen Komponisten, wie Esa Pekka Salonen, Einojuhani Rautavaara, Bernhard Hendrik Crusell, Uuno Klami, Yrjö Kilpinen, Aare Merikanto, Aulis Sallinen, Magnus Lindberg, Kaija Saariaho, Oli Mustonen und wirklich ganz selten hier Toivo Kuula sowie Armas Järnefelt, zu erwähnen. Der Musiker Armas Järnefelt war der Schwager von Jean bzw. der Bruder von Aino Sibelius.

An dieser Stelle sei es mir gestattet, einige Anmerkungen zu meinem, von mir hoch verehrten Leif Segerstam, der fast der größte und vielseitigste Musiker der letzten Jahrzehnte ist und der am 2. März 75 Jahre alt geworden ist, zu benennen. Kaum ein Dirigent war so viel beschäftigt und hat überall in der Welt fast immer Uraufführungen zu seinen eigenen Kompositionen mitgebracht und fast grundsätzlich eine Komposition von Jean Sibelius ins Konzert mit eingefügt. Im Januar wird seine Sinfonie Nr. 327 (i.W. dreihundertsiebenundzwanzig) in Aarhus, Dänemark, uraufgeführt. Allein diese Lebensleistung verdient Anerkennung und Wertschätzung.

Im Jahr 2018 ist die erste französische Gesamteinspielung der sieben Sinfonien von Jean Sibelius durch Paavo Järvi mit dem Orchestre de Paris erschienen. Für diese Einspielung erhielt Paavo Järvi die Sibelius Medaille der finnische Sibelius Gesellschft Hämeenlinna durch Erkki Korhonen (nach Sir Simon Rattle/ Berliner Philharmoniker 2015). Zum Eröffnungkonzert am 2.,3.,4. Oktober 2019 wird Paavo Järvi bei seinem Amtsantritt in Zürich die Chorsinfonie Kullervo op.7 von Jean Sibelius (wie in Frankfurt 2006 beim hr-Sinfonieorchester) aufführen.

Mit den allen besten Wünschen und sehr viel Konzertfreude….

herzlichst Ihr

Wilhelm Düring

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Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

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Programm-2019_2020erste_2_Berlin_Zusatz
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Gedanken zu unterschiedlichen Aufführungsarten bei Sibelius’ Kullervo.

Im Gedenkjahr 2007 ist Sibelius’ Chorsinfonie Kullervo erfreulicher Weise mehrfach aufgeführt worden. Hier wurde von Paavo Järvi mit dem HR-Sinfonieorchester in Frankfurt der Anfang gemacht, gefolgt vom WDR-Sinfonieorchester in Köln, dem Orchestre National de Lorraine in Metz und Saabrücken, den Münchner Philharmonikern in München und dem Tampere Philharmonic Orchestra in Dortmund.

Als herausragendes Konzert erwies sich die „Hommage an Jean Sibelius“ bei den Musikfestspielen Saar (4. Mai in Metz und 5. Mai in Saarbrücken) unter der künstlerischen Leitung von Prof. Robert Leonardy und dem Dirigenten Jacques Mercier.

Da zur Aufführung von Kullervo Sopran, Bariton und Männerchor benötigt werden, ist hier die Möglichkeit genutzt worden, jeweils zusätzlich für die Solisten und den Chor entsprechende Kompositionen mit nachstehender Programmfolge in das Konzert einzufügen:

  1.   Finlandia mit Hymne op.26 (mit Männerchor),
  2.   Der Ursprung des Feuers op.32 (mit Bariton und Männerchor),
  3.   Luonnotar op.70 (mit Sopran)
  4.   das Hauptwerk Kullervo op.7.

Um die Gesamtwirkung von Kullervo vollkommen zu erreichen, wie in Metz und Saarbrücken geschehen, ist es wünschenswert, dass die Solisten gleich zu Beginn des 1. Satzes die Bühne betreten. Ansonsten besteht bei Eintritt der Solisten zwischen dem 2. und 3. Satz die Gefahr, bedingt durch den Begrüßungsapplaus, den Spannungsbogen von Kullervo zu trennen.

Bei den Musikfestspielen Saar ist meines Erachtens ein zusätzlicher Meilenstein mit der halbszenischen Darstellung eines Zwiegesprächs durch die Solisten gesetzt worden.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich für das fantastische Konzerterlebnis beim Orchestre National de Lorraine und dem Polytechchor Espoo bedanken. Insbesondere geht mein Dank an Prof. Robert Leonardy, den Dirigenten Jacques Mercier und ganz besonders an die Solisten Pia Freund (Sopran) und Juha Kotilainen (Bariton), die die überwältigende Gesamtwirkung von Kullervo möglich gemacht haben.

Ich hoffe, dass die Aufführungspraxis von Metz und Saarbrücken richtungsweisend ist. Sibelius und Kullervo sind es wert.
Wilhelm Düring