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Konzerte 2018-2019 als pdf-Datei herunterladen

Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

23. August 2018

Sehr geehrte Freunde und Mitglieder der Jean Sibelius Gesellschaft,

da sitze ich, wie gewohnt, zu Ende des Sommers vor den immer wieder mit Neugierde und Spannung zusammengetragenen Schätzen für unsere Konzertliste zur neuen Spielzeit 2018/2019.

Wiederholt bin ich hoch erfreut, dass ich Ihnen, wie seit Jahren, insgesamt rund 150 Konzerte aufzeigen kann. Ich sehe deutlich eine zufrieden stellende Aufführungshäufigkeit der Sibelius Konzerte, obwohl für diese Saison keinerlei Anlasshilfe, wie in der vergangen Dekade durch Gedenktage oder Jubiläen (100 Jahre Unabhängigkeit Finnlands), mitgewirkt hat.

Unsere Auflistung der neuen Spielzeit zeigt auch wieder recht eindeutig, dass sich alle Sibelius Sinfonien in den Konzertsälen durchgesetzt haben. Es fehlt lediglich zufällig die 3. Sinfonie op.52. Erfreulich oft finde ich die Sinfonie Nr. 4 op.63 (5x) und die Sinfonie Nr. 6 op.104 (3x). Meistgespielt, wie gewohnt, ist die Sinfonie Nr. 2 op. 43 (32x) sowie das Violinkonzert (24x). Mehrfach erscheint neben der Karelia Suite op.11 die recht selten vorgetragene Karelia Ouvertüre op.10, auch Pohjolas Tochter op.49 und endlich wieder „König Christian II“ op.27.

Seit Jahren ist die NDR Radiophilharmonie in Hannover das Orchester mit den meisten Aufführungen der Kompositionen von Jean Sibelius. Neben dem kompletten Sinfoniezyklus und Sibelius’ „Kullervo“ gab es zusätzlich verschiedene Wiederholungen von Sinfonien, vom Violinkonzert sowie von Zugaben“. In der neuen Saison wird mit der Aufzeichnung von Sibelius’ Musik unter der Leitung des Chefdirigenten Andrew Manze das „für mich“ außergewöhnliche Ereignis in dieser Spielzeit stattfinden– eine heute seltene CD-Neueinspielung mit Sibelius in Deutschland! Das alles in der digitalen Zeit von „you tube“ bzw. „streaming“. Parallel kann es auch nicht hoch genug bewertet werden, dass hier in der Orchesterleitung die zweite Sinfonie für die musikalische Jugendbildung bei der Reihe „Spurensuche“ und in der weiteren Reihe „Orchesterdetektive“: „Der Fall Sibelius“ im Familienkonzert für das jüngste Publikum mit Moderation ausgewählt wurde. Also eine sechsfache Aufführung der 2. Sinfonie.

Zum Interessenbereich der Jean Sibelius Gesellschaft gehört eine Verbindung zu den Inhabern der Musikrechte – also zu den Musikverlagen. Von den über 20 Sibelius-Verlegern ist sicherlich Breitkopf & Härtel der Bedeutendste. In diesem ältesten Verlag der Welt spiegeln sich 300 Jahre Musikgeschichte. Mit einem Festkonzert am 26. Januar 2019 wird in Wiesbaden dieses unnachahmbare Jubiläum begangen. Zu diesem großartigen Erfolg wird unsere Gesellschaft ihre besten Zukunftswünsche übermitteln.

Ein weiteres aber bescheidenes Jubiläum wird durch diese Konzertliste erreicht. Eher zufällig entstand sie durch meine Wunschliste für eigene Konzertbesuche, die vor 20 Jahren von unserem Gründungsmitglied Frau Tuula Frische im Anhang zum Rundschreiben 03.1998 versandt wurde und somit über die Zeit Bestandteil unserer Mitgliederinformation geworden ist.

Mit den besten Wünschen auch für Ihre Konzertauswahl….

Herzlichst
Ihr

Wilhelm Düring

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Zusammengestellt von Gesa Wolff und Wilhelm Düring

Programm 2018_2019ersterTeil_Netz

Gedanken zu unterschiedlichen Aufführungsarten bei Sibelius’ Kullervo.

Im Gedenkjahr 2007 ist Sibelius’ Chorsinfonie Kullervo erfreulicher Weise mehrfach aufgeführt worden. Hier wurde von Paavo Järvi mit dem HR-Sinfonieorchester in Frankfurt der Anfang gemacht, gefolgt vom WDR-Sinfonieorchester in Köln, dem Orchestre National de Lorraine in Metz und Saabrücken, den Münchner Philharmonikern in München und dem Tampere Philharmonic Orchestra in Dortmund.

Als herausragendes Konzert erwies sich die „Hommage an Jean Sibelius“ bei den Musikfestspielen Saar (4. Mai in Metz und 5. Mai in Saarbrücken) unter der künstlerischen Leitung von Prof. Robert Leonardy und dem Dirigenten Jacques Mercier.

Da zur Aufführung von Kullervo Sopran, Bariton und Männerchor benötigt werden, ist hier die Möglichkeit genutzt worden, jeweils zusätzlich für die Solisten und den Chor entsprechende Kompositionen mit nachstehender Programmfolge in das Konzert einzufügen:

  1.   Finlandia mit Hymne op.26 (mit Männerchor),
  2.   Der Ursprung des Feuers op.32 (mit Bariton und Männerchor),
  3.   Luonnotar op.70 (mit Sopran)
  4.   das Hauptwerk Kullervo op.7.

Um die Gesamtwirkung von Kullervo vollkommen zu erreichen, wie in Metz und Saarbrücken geschehen, ist es wünschenswert, dass die Solisten gleich zu Beginn des 1. Satzes die Bühne betreten. Ansonsten besteht bei Eintritt der Solisten zwischen dem 2. und 3. Satz die Gefahr, bedingt durch den Begrüßungsapplaus, den Spannungsbogen von Kullervo zu trennen.

Bei den Musikfestspielen Saar ist meines Erachtens ein zusätzlicher Meilenstein mit der halbszenischen Darstellung eines Zwiegesprächs durch die Solisten gesetzt worden.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ausdrücklich für das fantastische Konzerterlebnis beim Orchestre National de Lorraine und dem Polytechchor Espoo bedanken. Insbesondere geht mein Dank an Prof. Robert Leonardy, den Dirigenten Jacques Mercier und ganz besonders an die Solisten Pia Freund (Sopran) und Juha Kotilainen (Bariton), die die überwältigende Gesamtwirkung von Kullervo möglich gemacht haben.

Ich hoffe, dass die Aufführungspraxis von Metz und Saarbrücken richtungsweisend ist. Sibelius und Kullervo sind es wert.
Wilhelm Düring